Tränen für die Rattles
Greven - Da ging die Post ab, da steppte
der Bär, Stimmung ohne Ende. Zwar war das Ballenlager wieder nicht voll, aber
das tat der Sache keinen Abbruch. Die "Rattles" waren da! Und das Volk
tobte wie in den 60ern und 70ern, als die Rattles weltweit "The German
Beatles" genannt wurden.
Begeisterung bei den 250 Besuchern, die
nicht nur zu sehen, sondern auch zu spüren war. Die Rocklegenden schafften es
auch ohne große Bühnenshow, die Massen zu begeistern. Gelernt ist gelernt und
Rock´n Roll braucht keine Glittershow. Kaum betraten die Rattles-Urgesteine
Herbert Hildebrandt und "Dicky" Tarrach die Bühne, ging ein Raunen
durchs Publikum, die Aufforderung zum rhythmischen Klatschen war gar nicht mehr
von Nöten. Ganz automatisch folgten die jung gebliebenen Oldies im Ballenlager
den Rockrhythmen.
Stampfender Beat waberte durch das
Ballenlager, Beat in seiner Urform ohne großen technischen Schnick-Schnack.
Rock ´n Roll wie er sein soll. Das Publikum sang mit und fühlte sich wie auf
einer Reise in die Vergangenheit. Hier und da sah man sogar einige Tränen in
den Augen. Speziell um die Damenwelt war es geschehen, als der geniale Sänger
Eggert Johannsen seine Stimme erhob und mit "As times goes by" ein
Solo bester Güte startete. Die Rattles ließen kaum einen Hit aus der
glorreichen Zeit der Beatles und Stones aus. Manni Kraski an der Sologitarre
wollte sein Können demonstrieren und sprang mit Titeln wie "Purple Haze"
und "Voodo Chile" ins Bad unter den Fans. Aber alle warteten auf
"The Witch", dem erfolgreichsten Rattles-Titel. Als er kam,
verursachte er kollektives Jubeln und Johlen, tanzen und singen. Das macht eben
den Unterschied zwischen Live und Konserve. Zum viel zu frühen Schluss setzten
die Hamburger noch einen drauf. Lennons "Imagine" war die richtige
Abschiedsmusik.
Rattles, ihr dürft jederzeit wieder
kommen! - Peter Böhme
26. November 2006 | Grevener Zeitung Greven